Am 3. August begann in der symbolträchtigen Stadt Chankendi das VI. Sommerlager der aserbaidschanischen Diaspora-Jugend, organisiert vom Staatlichen Komitee für Diasporaangelegenheiten in Zusammenarbeit mit der Heydar-Aliyev-Stiftung. In diesem Jahr ist das Lager dem Jahr der Verfassung und Souveränität gewidmet und findet in einer Stadt statt, die nach drei Jahrzehnten der Besatzung wieder unter die Souveränität Aserbaidschans zurückgekehrt ist.
Es nehmen 128 junge Aserbaidschanerinnen und Aserbaidschaner aus 61 Ländern teil. Es ist bereits das sechste Treffen dieser Art – die vorherigen fanden in Sheki, Shamakhi, Shusha, Nachitschewan und Latschin statt. Insgesamt haben seit Beginn über 700 Diaspora-Mitglieder aus mehr als 60 Ländern teilgenommen.
Ein besonders emotionaler Moment war das Treffen mit den Familien der Gefallenen und mit Veteranen des Vaterländischen Krieges. Moderator war Cavid Ismail, Abteilungsleiter im Staatlichen Komitee. Ehrengast war Sevinc Orudschova, Leiterin der NGO „Qelebe“ (Sieg) und Witwe des gefallenen Offiziers Rauf Orudschov. Mütter und Väter gefallener Soldaten erzählten ihre Geschichten und Erinnerungen. Die Teilnehmenden hörten mit grosser Anteilnahme zu – viele konnten ihre Tränen nicht zurückhalten. Ein Gedicht einer Teilnehmerin aus Usbekistan, das den Gefallenen gewidmet war, bildete den bewegenden Höhepunkt des Abends.
In der Panelsitzung „Chankendi“ ging es um die Rückkehr in die Heimatstadt. Moderatorin war Vasila Vahidgyzy. Unter den Rednerinnen und Rednern: die Witwe des Nationalhelden Shirin Mirzayev, die ehemalige Abgeordnete Flora Qasymova, die aus Norwegen angereiste Chankendi-Geborene Arzu Rzayeva, Professorin Solmaz Tohidi sowie die Einwohnerin von Chankendi, Chatira Veliyeva. Gezeigt wurden emotionale Aufnahmen vom Hissen der Flagge durch Präsident Ilham Aliyev sowie historisches Filmmaterial zur Geschichte der Stadt. Die Teilnehmenden berichteten über ihre Gefühle der Rückkehr, den Stolz und die wiederhergestellte Gerechtigkeit. Die Jugend sang patriotische Lieder und betonte ihre starke Identität und Verbundenheit mit dem Heimatland.
Beim Panel „Wiederaufbau der befreiten Gebiete“ war Elshad Aliyev, stellvertretender Vorsitzender des Komitees, der Moderator. Als Redner traten auf: die Präsidentenvertreter in den Regionen Latschin (Maisim Mammadov), Shusha (Aydin Kerimov), Aghdam, Fisuli und Chodschawend (Emin Huseynov) sowie der Exekutivdirektor der staatlichen Agentur für Wiederaufbau in Chankendi, Agdere und Chodschali – Telman Kerimli. Es wurde über umfassende Infrastrukturprojekte, Smart-City-Konzepte, Kulturinitiativen und den Prozess der Rückkehr gesprochen. Die Rolle der Diaspora bei der internationalen Aufklärung über die Zerstörungen während der Besatzungszeit wurde ebenfalls hervorgehoben.
Ein weiteres Panel war dem Thema „Verfassung und Souveränität“ gewidmet. Moderator war Elmar Mustafayev, Dekan der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Karabach. Redner waren Ali Huseynli (Vorsitzender des Rechtsausschusses des Milli Majlis), Rashid Rzayev (Verfassungsrichter) und Latif Huseynov (Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte). Es wurde daran erinnert, dass 2025 ein besonderes Jahr ist – 30 Jahre seit der Verabschiedung der Verfassung und 5 Jahre seit dem Sieg im Vaterländischen Krieg. Die jungen Diaspora-Vertreter wurden aufgerufen, die rechtlichen Grundlagen ihres Heimatlandes zu verstehen und aktiv zur internationalen Vertretung Aserbaidschans beizutragen.
Abschliessend fand ein Panel zur Aussenpolitik und öffentlichen Diplomatie statt – moderiert von Vagif Seyidbeyli, stellvertretender Vorsitzender des Komitees. Teilgenommen haben die Botschafterin in Polen Narghiz Gurbanova, der Botschafter in Österreich und Slowenien Rovshan Sadigbeyli sowie der ständige Vertreter Aserbaidschans beim Europarat Fakhraddin Ismailov. Es wurde die aussenpolitische Strategie des Landes erläutert – mit Fokus auf Ausgleich, Völkerrechtstreue und wachsende Bedeutung öffentlicher Diplomatie. Den Jugendlichen wurde geraten, moderne diplomatische Kompetenzen zu erwerben, um Aserbaidschan auf internationaler Bühne professionell zu vertreten.


