Eine Diskussionsrunde zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) und Jazz fand am 26. Oktober im Veranstaltungsraum Jolly Joker im Rahmen des XX Baku Jazz Festival statt.
Wie AZERTAC berichtet, nahmen an der Veranstaltung teil:
Anna Ruskevich – künstlerische Leiterin des Festivals Jazz on the Dnipro,
Ian Patterson – Chefredakteur des Magazins All About Jazz,
Jahangir Selimkhanov – Berater des aserbaidschanischen Kulturministers und Musikwissenschaftler,
sowie Hikmet Babazade – Jazzmusiker und Experte für digitalen Content und KI.
Während der Diskussion wurden Fragen zum Einfluss der Künstlichen Intelligenz und moderner Technologien auf die Zukunft des Jazz erörtert.
Im Gespräch mit einem AZERTAC-Korrespondenten sprach Jahangir Selimkhanov über die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz in Aserbaidschan:
„Künstliche Intelligenz ist ein weites Feld. In unserem Land wird diesem Thema auf staatlicher Ebene grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Auch in den internationalen Beziehungen gehört KI mittlerweile zu den Prioritäten.
Was das Kulturministerium betrifft, so verfügen wir über ein Ausbildungsprogramm im Yaradıcı Hub – einer Plattform, die vom Ministerium geschaffen wurde, um Schulungen, Start-ups und kreative Experimente junger Menschen zu fördern. Lehrbücher über KI kann es heute kaum geben, da sich alles in diesem Bereich buchstäblich wöchentlich verändert. Manchmal entstehen neue Entwicklungen innerhalb von Tagen oder Stunden – deshalb muss man ständig am Puls der Zeit bleiben.“

„Ich selbst verwende KI in meinem Kurs über Kunstmanagement und Kulturpolitik an der Universität für Kultur und Kunst. Ich fordere die Studierenden auf, vorbereitet zum Unterricht zu kommen, und bringe dann aus meiner Praxis Beispiele ein, die wir mit Hilfe von KI prüfen und ergänzen. Natürlich ersetzt KI weder Lehrende noch Kulturschaffende – man darf ihr nicht blind vertrauen. Alles muss überprüft werden. Das Wichtigste ist, zu lernen, wie man richtig mit KI interagiert. Nicht ihr zu gehorchen, sondern zu wissen, wie man die richtigen Fragen stellt – das ist die Fähigkeit, die wir uns aneignen und weitergeben müssen“, betonte der Kulturberater.
Besonders interessant war, dass die Redner persönliche Beispiele für die Interaktion mit KI anführten. So erzählte Ian Patterson, dass er in seiner Jugend das Glück hatte, Professor Stephen Hawking zu treffen und die Technologien zu sehen, mit denen dieser kommunizierte.
Im Rahmen des XX Baku Jazz Festival steht heute ausserdem ein weiteres Konzert auf dem Programm. Auf der Bühne des Jolly Joker treten auf:
İpek Dinç und Nurlan Hüseynzadeh Trio (Türkei–Aserbaidschan),
das Duo Grzech Piotrowski & Tamara Behler (Polen) mit dem Kammerorchester unter der Leitung von Walid Aghayev.
Als Überraschung des Abends wird der Auftritt des Festivalgründers, Jazzmusikers Rain Sultanov, erwartet.
Das Baku Jazz Festival 2025 findet vom 24. bis 31. Oktober in der Hauptstadt statt. Während dieser acht Tage treten in Baku die besten Jazzmusiker aus aller Welt auf. Die Festivalorte bieten Konzerte, Ausstellungen, Jam-Sessions, Filmvorführungen, Meisterklassen, Seminare und Treffen mit bekannten Musikbloggern.



