27. November 2025, 18:00 Uhr (MFR, 2. Stock) – Treffen mit dem Kurator und den Künstlern
Eröffnung: 19:00 Uhr
YARAT Contemporary Art Center, Baku
Kuratiert von Alfons Hug
„Es kommt immer etwas Neues aus Afrika.“
Gaius Plinius Secundus Maior, Naturalis historia
YARAT Contemporary Art Space präsentiert Ex Africa semper aliquid novi, eine große Ausstellung unter der Kuratur von Alfons Hug, die elf führende Künstler aus verschiedenen Regionen des afrikanischen Kontinents vereint. Die Ausstellung erkundet die außergewöhnliche Vielfalt der afrikanischen Kunstproduktion – eines Kontinents, der weiterhin neue kulturelle, politische und ästhetische Erzählungen hervorbringt, die die moderne Welt prägen.
Seit Jahrhunderten wirkt Afrika als Motor globaler Transformationen – von der Wiege der Menschheit bis zu den historischen Erfahrungen von Imperien, Sklaverei, Kolonisierung und Unabhängigkeit. Seine kulturellen Resonanzen überschreiten seit Langem geografische Grenzen: sichtbar in der europäischen Kunstgeschichte, im Jazz und Karneval, in Literatur und Architektur und heute in der globalen zeitgenössischen Kunstszene.
Heute steht Afrika erneut im Zentrum tiefgreifender demografischer, ökologischer und sozialer Veränderungen. Ex Africa verankert diese aktuellen Entwicklungen in tieferen historischen und kulturellen Zusammenhängen und lädt Besucher dazu ein, Afrika nicht als Randraum, sondern als einen der zentralen Impulsgeber weltweiter Zivilisation und Kreativität zu betrachten.
Die zeitgenössische afrikanische Kunst erlebt derzeit eine beispiellose Phase der Sichtbarkeit und Erneuerung. Biennalen in Dakar, Johannesburg, Marrakesch, Bamako und Luanda – ebenso wie internationale Großausstellungen wie die Documenta und die Biennale von Venedig – haben Künstler des afrikanischen Kontinents in den Mittelpunkt globaler Diskurse gerückt.
Doch jenseits internationaler Anerkennung entfaltet sich eine komplexere Erzählung: eine Geschichte indigener Modernitäten, hybrider Ästhetiken und künstlerischer Resilienz, die koloniale und ethnografische Perspektiven überschreitet. Zeitgenössische afrikanische Kunst schöpft zugleich aus traditionellen Archiven, dem Christentum, dem Islam sowie modernen globalen Einflüssen – und formt dadurch eine vielstimmige visuelle Sprache, die linearen Erzählungen und kanonischen Hierarchien widersteht.
Ex Africa semper aliquid novi führt dem Publikum in Aserbaidschan eine neue Generation afrikanischer Künstler vor, deren Werke international bekannt sind, in der Region jedoch noch wenig präsent. Die Ausstellung entfaltet sich entlang von vier miteinander verwobenen thematischen Linien:
Der Widerhall der Geschichte – Auseinandersetzungen mit kollektiver Erinnerung und postkolonialen Vermächtnissen
Körper und Porträts – Perspektiven auf Identität, Darstellung und menschliche Präsenz
Das urbane Drama – Geschichten von Migration, Ungleichheit und strukturellem Wandel
Verlöschende Stimmen – eine Klanginstallation über die Fragilität von Sprache, basierend auf acht nigerianischen Sprachen
Gemeinsam offenbaren diese Stränge die Vielschichtigkeit und Energie zeitgenössischer afrikanischer Kunst – von Malerei und Fotografie über Installation bis zu Sound – und beleuchten sowohl die Herausforderungen des Kontinents als auch seine unerschöpfliche kreative Kraft.
Künstlerinnen und Künstler
Abdoulaye Konaté
Abdulrazaq Awofeso
Andrew Tshabangu
George Osodi
Mary Evans
Mohau Modisakeng
Nástio Mosquito
Ndidi Dike
Okhai Ojeikere
Pascale Marthine Tayou
Youssef Limoud
Nigerianische Sprachen, Soundinstallation
Mit Dank an Fundação Bienal do Mercosul, Brasilien
Über den Kurator
Alfons Hug ist Kurator und Autor mit umfassender Erfahrung in internationalen Biennalen und Ausstellungen. Er war Kurator mehrerer nationaler Pavillons der Biennale von Venedig und leitete das Goethe-Institut in verschiedenen kulturellen Kontexten, unter anderem in Lagos, Nigeria. Seine langjährige Forschung widmet sich transnationalen Dialogen und nichtwestlichen Kunstgeschichten.
Über YARAT
YARAT Contemporary Art Space wurde 2011 von Aida Mahmudova gegründet und ist eine gemeinnützige Organisation, die zeitgenössische Kunst in Aserbaidschan fördert und den kulturellen Austausch zwischen lokalen und internationalen Kunstgemeinschaften unterstützt. Durch Ausstellungen, Residenzen, Bildungsprogramme und öffentliche Initiativen eröffnet YARAT neue Wege, die Rolle der Kunst in der Gestaltung kollektiver Erinnerung und globaler Dialoge zu verstehen.
Ausstellungsdauer: 27.11.2025 – 05.04.2026
Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag, 12:00–20:00 Uhr
Adresse: YARAT Center, Bayıl District (National Flag Square)
Eintritt frei




